Die Holdingstrukturen

95% Steuern sparen durch Holdingstrukturen

Es ist sinnvoll, eine Holding zu gründen, wenn man in den nächsten 7 bis 10 Jahren auf einen Unternehmensverkauf spekuliert. Doch was genau ist eine Holding?

Man kennt sie von großen Konzernen, doch inzwischen ist sie sogar mit einer UG möglich: Eine UG oder eine andere Gesellschaftsform fungiert dabei als Muttergesellschaft, sozusagen als „Spardose“, und hält die Anteile am „Start-up“, das der Gründer mit seiner Idee umsetzt. Wenn keine Muttergesellschaft vorhanden ist, können die Anteile auch von einer Person „gehalten“ werden. Gerade die UG eignet sich hervorragend als Muttergesellschaft, damit das Stammkapital nicht wie bei der GmbH in einer nicht operativen Holding herum liegt. Oftmals wird die Holding zu spät aufgesetzt.

Beispiel aus der Praxis: Ein Gründer hat sein Unternehmen für 1 Million € ohne Holding verkauft und der Verkaufserlös wird mit seinem persönlichen Steuersatz, Sozialversicherung und Kirchensteuersatz belastet. Der Gründer hat so rund 50 % bzw. 500.000 € an Abgaben.

Wird das Unternehmen allerdings als Holding verkauft, sind 95 % des Verkaufserlös steuerfrei, d. h. nur auf 50.000 € werden Steuern erhoben. Unterm Strich zahlt ein Gründer mit einer Holding also nur 1,5 bis 2.5 % effektive Zinsen. Das Geld ist dann jedoch „in der Spardose“ bzw. an die Firma gebunden. Sollte ein Unternehmer es „abheben“ wollen, nützt es ihm wenig, da er es dann mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern muss. Vernünftiger ist es, das Geld stattdessen in der Holding zu belassen und für unternehmerische Zwecke zu nutzen. Beispielsweise könnte man damit eine neue Firma gründen, sich an anderen Firmen beteiligen, sich ein Geschäftsführergehalt auszahlen (niedrige Progressionsstufe) etc. Gerade junge Gründer können das Geld als günstiges Investitionskapital nutzen.

Wichtig: Die Entscheidung zur Holding muss vor der Unternehmensgründung gefällt werden, ansonsten ist eine Umwandlung erst nach sieben Jahren möglich. Kommt ein Unternehmer schon nach 3 bis 4 Jahren operativen Business auf die Idee, seine Firma zu verkaufen und den Vorgang mit einer Holding steuerlich besser zu gestalten, ist dies nicht möglich. Wenn dieses Momentum eines guten Zeitpunkts nicht genutzt werden kann, verliert ein Unternehmen in hohem Maße an Flexibilität, denn nicht selten ist gerade der richtige Zeitpunkt bei einem Verkauf entscheidend.

Flexibilität in der Wachstumsphase durch Holdingstrukturen

Eine Holding ist nicht nur geeignet, um bei einem Exit viele Steuern zu sparen, sondern auch, um Betriebsrisiken und Betriebsvermögen auszulagern.

Manch ein besonders visionärer Gründer startet eventuell direkt mit mehreren Mitarbeitern durch. Oftmals gibt es zwei besondere Wachstumsphasen: eine von bis zu 10 Mitarbeitern, die zweite von bis zu 20 Mitarbeitern.

Diese Phasen gilt es zu überstehen. Für eine Firma ist es am besten, in der Wachstumsphase so lange wie möglich flexibel zu sein. Daher sollte ein Gründer sich überlegen, ob er Betriebsvermögen und Betriebsrisiken nicht auslagert.

Hieraus ergibt sich die Frage, wie man das Betriebsvermögen von der Hauptgesellschaft (Haupt-GmbH) trennt. Beispielsweise können Laptops, Monitore, Drucker, teure Domains oder Software von Beteiligungsgesellschaften gekauft und mittels Leasingvertrag dann der Hauptgesellschaft verliehen werden. Sobald eine Wachstumsphase überstanden ist, kann das Betriebsvermögen eingebracht werden. Zu beachten ist hierbei, dass einmal zugeführtes Vermögen nicht wieder heraustransferiert werden kann.

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>